Trauer gehört zum Leben. Und deshalb gehört sie manchmal auch mitten in unseren Arbeitsalltag.
Wenn ein Mensch einen Verlust erlebt, kann sich vieles verändern: Konzentration, Energie und Belastbarkeit können zeitweise anders sein als gewohnt. Gleichzeitig möchte nicht jeder Trauernde im Mittelpunkt stehen. Oft braucht es gar keine großen Worte – sondern vor allem Verständnis, Respekt und die Freiheit, selbst zu entscheiden, was gerade guttut.
Wie können wir als Kolleginnen, Kollegen und Führungskräfte damit umgehen?
• Zuhören und Gesprächsbereitschaft anbieten – ohne Druck.
• Privatsphäre respektieren – nicht jede Geschichte muss erzählt werden.
• Nähe anbieten, aber nicht voraussetzen – auch eine Umarmung sollte nur dann stattfinden, wenn sie wirklich gewünscht ist.
• Praktische Unterstützung anbieten – manchmal hilft eine konkrete Entlastung mehr als viele Worte.
• Keinen Zeitplan für Trauer erwarten – Trauer verläuft nicht nach Kalender.
• Die betroffene Person weiterhin einbeziehen – sie ist trotz ihrer Trauer Teil des Teams.
• Auch die eigene Betroffenheit ernst nehmen – denn ein Verlust kann ein ganzes Team berühren.
Trauer lässt sich nicht organisieren und schon gar nicht beschleunigen.
Ein professioneller Umgang mit Trauer bedeutet deshalb nicht, Gefühle aus dem Arbeitsleben auszuschließen. Es geht vielmehr darum, einen Rahmen zu schaffen, in dem Menschlichkeit und Arbeitsfähigkeit miteinander vereinbar sind.
Eine wertschätzende Unternehmenskultur zeigt sich nicht nur in den guten Zeiten. Sie zeigt sich besonders dann, wenn das Leben schwierig wird.
Wie und welche Unterstützung es für Trauernde am Arbeitsplatz noch gibt, erfahrt Ihr in meinem nächsten Beitrag am kommenden Sonntag.


